Das Lager ist so eng, dass ich mitten in der Nacht noch einen Kopfwehanfall kriege. Allmählich freu ich mich wieder auf ein richtiges Bett.
Wir gehen früh los, der Nebel will sich nicht und nicht heben. Am Hochgräntensee nehmen wir die letzte Etappenjause ein, Viktor, inzwischen zum Chef du buffet des alpes ernannt, übertrifft sich noch einmal selbst, wir jausnen mit Tischtuch und Blumenschmuck. Der Schafherde kommt das komisch vor und sie inspiziert unser Gepäck. Drei Stücke spielen wir zusammen mit den Schafglöckchen, das Sonnenloch ist nur von kurzer Dauer, dann kommt wieder Nebel und wir gehen weiter.
Die Sillianer Hütte kommt früher, als erwartet. Dort angekommen erwartet uns ein Zettel von Hannelore und Eva und noch eine von ihnen bezahlte Runde Apfelsaft und Bier. Wir beraten, ob wir noch eine Hüttennacht verbringen oder absteigen sollen und entscheiden uns für späteres Absteigen. Eva verläßt uns, um noch einen Zug nach Linz zu erwischen. Wir gehen auf den Hornischegg-Gipfel und spielen die letzten 3 Stücke (mit Coda). Diesmal ist es so windig, dass Harmonium und Flöte teilweise von selbst spielen. Der Wirt von der Sillianer Hütte lädt uns zum Schnaps ein und erwirkt für uns einen Extratarif für das Taxi, das uns von der Leckfeldalm zum Bahnhof bringen wird.
Der Weg von der Sillianer Hütte zur Leckfeldalm ist kurz und trotzdem ausreichend bergab, bin froh, dass wir nicht bis ganz hinunter gehen müssen. Schad ist es schon, die gute Luft und die Stille zu verlassen, doch freu ich mich auch auf Bett und Dusche. Und auf Gehen ohne Rucksack.

